Lürikmeister Karl S. lässt sich nicht lumpsen
Juli 20th, 2010
wiederholt (sic!) hinsichtlich des Anreiseweges eines gewissen Hans gestellt; lt. freudiger Mitteilung der im -> Ammergau beheimateten Lies’ nur ungewiss oder überhaupt net zu beantworten: “Ob er aber über -> Oberammergau oder aber über -> Unterammergau oder aber überhaupt net kommt, des ist net g’wiss.” Eine fatal fatalistische Selbstbescheidung jener Lies’, odrr.
Zweitgauting
Schnell noch nachgetragen und bevors den Weg allen Irdischen geht:
VIII. Lumpsen für die Zukunft
Im Sumpf nah an der Küste
Da steht das Lumpse-Dorf.
Wenns kalt wird an der Küste
Heizt man dort noch mit Torf.
Da ist noch nichts elektrisch,
Es gibt noch keinen Strom.
Man ist dort noch nicht hektisch
Und hat kein Telefon.
Die Dächer sind mit Reet gedeckt,
Das wächst dort an den Teichen.
Früh wird vom Hahn man aufgeweckt
Bevor die Nacht will weichen.
Das Mudlumps hat nun Haushaltspflicht,
Bereitet Frühstückseier.
Das Vadlumps hilft dem Mudlumps nicht,
Es nimmt ein Bad im Weiher.
Wenn es dann völlig sauber ist,
Steigts rein raus aus dem See.
Und als schmucker Chauvinist
Frissts Eier, Toast und Tee.
Es trifft ein früher Sonnenstrahl
Der Lumpse Frühstückstisch.
Das Mudlumps spricht zu dem Gemahl:
“Die Eier sind ganz frisch.”
Das Vadlups lehnt sich satt zurück:
“Das will ich ja wohl meinen.
Mein Mudlumps, unser Liebesglück
Wird unermesslich scheinen.”
Das Mudlumps lächelt resigniert.
Es weiß, was das bedeutet:
Wenn Vadlumps derart auf es stiert,
Ist Lumpsen eingeläutet.
Das Vadlups führt sehr fein am Arm
Sein Mudlumps zu den Weiden.
Es spricht gar liebevoll und warm:
“Ich kann dich ziemlich leiden.”
Schnitt.
Das Mudlumps ruht im Unterholz
Und ist soeben trächtig.
Das Vadlumps schnauft sehr voller Stolz:
“Ich war heut mächtig prächtig!”
Zyklus: Aus dem Leben der Lumpse




für Herrn B. …



Verehrter Lürikmeister,
meinen Glückwunsch zu Ihrer Mudlumps-Lürik! Endlich bekommen wir das “Leben der Lumpse” zur Gänze serviert.
Erinnern Sie sich an den PUDU? Dazu hatte ich doch auch eine Strophe gedichtet - aus meinem Zyklus “Konvikte und Konflikte der Steppen und Savannen”. Damit niemand mir Prahlerei unterstellt und etwa meint, es gäbe gar keinen solchen Zyklus, möchte ich nicht zögern, auch meinen Zyklus an dieser Stelle zu Gehör - nein, besser: zu Gesicht - zu bringen:
I. Gejagter Jäger
Ein Löwe schleicht durch heiße Tropen
Auf Pirsch nach Gnus und Antilopen.
Er duckt sich tief im Steppengrase,
Denn Beute wittert seine Nase.
Ein Großwildjäger mit der Büchse
Möcht’ schießen ein paar Wüstenfüchse.
Doch jetzt erspäht der Löw’ den Jäger,
Der grad’ sich stärkt mit Schinkenhäger.
Der Löwe springt nach ihm, nicht schüchtern,
Der Jäger wird vor Schreck ganz nüchtern,
Erklettert rasch, doch ohne Grazie,
Die nächste beste Schirmakazie.
Jetzt hockt er bibbernd in den Ästen,
Für ihn steht’s wahrlich nicht zum besten.
Der Löwe brüllt, der Jäger zittert,
Der Schall ihn bis ins Mark erschüttert.
Durchs Astwerk turnt herbei ein Affe
Und klaut dem Jäger seine Waffe.
Am Abzug spielt er blöd herum,
Ganz plötzlich macht es mächtig BUMM!
Der Jäger, tödlich nun verwundet,
Gar köstlich bald dem Löwen mundet.
II. Das durstige Zebra
Das Zebra schreitet zur Oase,
Des Wassers Witt’rung in der Nase.
Es leidet schlimmen Durst gar sehr,
Der See ist voll, das Zebra leer.
Es säuft und schlürft ohn’ Rast und Ruh,
Die Geier schaun geduldig zu.
Das Zebra voll, der See ist leer,
Voll Wasser schwankt es hin und her.
Des Zebras praller Wanst tut platzen,
Nun können sich die Geier atzen.
III. Edes Tanne
Der Ede hat jepflanzt ‘ne Tanne
Janz mittenmang in der Savanne.
Der Schorsch ruft: “Ede, biste panne?
Die mußte dreimal täglich jießen,
Sonst wird et dir janz schwer verdrießen!
Im Sonnenschein tut se verdorren
Und übrig bleibt een kahler Knorren,
Dann kannste uffm Markte schnorren!
Jloob bloß nich, datt ‘ne olle Tanne
Kann imponiern dem Weihnachtsmanne!”
“Ick häng noch joldne Nüsse dran,
Det lockt herbei dem Weihnachtsmann!
Paar Spiegel drum, dann denkt er bald,
Er stände hier im Tannenwald!
Mach jetzt ‘nen Punkt mit die Belehrung,
Sonst kriegste nischt von die Bescherung!”
Der Xaver denkt: “Dös san mir Deppen,
Jetzt derfen’s Wassereimer schleppen!”
IV. Der Pudu und das Klima
Der PUDU pupst ohn’ Unterlaß,
Der MUDU ruft: “Was war denn das?”
Die KUDU spricht: “Das sind nur Tönchen
Vom PUDU, meinem lieben Söhnchen!”
Der MUDU drauf: “Ich find’s nicht prima,
Die Gase killen unser Klima!”
Die KUDU ruft: “Ich bin die Mutter,
Von mir kriegt er nur gutes Futter.
Hier darf er pupsen volle Kanne,
Verfliegt’s doch gleich in der Savanne!”
Erzürnt motzt an sie nun der MUDU:
“Ach hau doch ab, du blöde KU, DU
Heb’ dich hinweg mit deinem PUDU,
Sonst fliegt dir an den Kopf mein SCHUH, DU!”
Kommentar von Arno Erich C. — 22. Juli 2010 @ 20:16