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post Michael G. aus Berlin-DurchgeschwitzeKlamottenBurg und der Flashfrust

Juli 17th, 2010

Abgelegt unter: Gaufrage — Frolln Schmoll @ 17:38

GAUFRAGE
(sprich gohfraasch – mit stimmhaftem „sch“), psycho-soziologischer Fachausdruck für die allvierzehntägig massenhaft flashartig auftretende Depression des größten Teils der Besserwisserspielgemeinde angesichts der bitteren Gewissheit, wieder einmal nicht gewonnen zu haben.

Sprachhistorisch (frz. Lehnwort) ist der Begriff für „Schluss mit lustig“, „plötzliche Ernüchterung“ eine latinisierende Wortschöpfung (analog zu „nau-fragium“ = Schiffbruch) aus „gau(dium)-fragium“ = „Zerbrechen der Freude“.

Ursprünglich entwickelt zur Beschreibung der emotionalen Verfassung von Lottospielern direkt nach der Ziehung, setzte sich der Begriff hier nicht wirklich durch, da das beschriebene Phänomen durch gelegentliche Kleingewinne (3 Richtige) und das fatalistische „ich-hab’-eh-nicht-dran-geglaubt“ stark abgemildert und kaum noch deutlich zu beschreiben war.

Erst das Besserwisserspiel mit der Kombination aus vermeintlicher Abkoppelung vom Zufallsprinzip (nicht glücklicher Gewinn, sondern gerechte Belohnung individueller Leistung), emotionaler Zuspitzung (je mehr Zeit und Mühe auf das Verfassen eines Wettbewerbbeitrags verwendet wird, desto größer ist die Identifikation des Einsenders mit seinem Eingesandt) und subjektiv als nicht-marginal wahrgenommener Gewinnchance (gepflegt durch das gelegentliche Auszeichnen einiger Gallionsfiguren wie Lürikmeister Karl S., Kunstdirektor Dewi D. oder FrollnBabette S. - um nur die Protagonisten mit eigener Kolumne zu erwähnen – und geschickte regionale Streuung unter Einbeziehung einiger Besserwisserballungszentren in unmittelbarer Nachbarschaft wie Wien, Graz, L.a.A., Castrop-Rauxel oder Reading/Ohio – Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt keine Bewertung dar!) macht den sägezahnartigen Anstieg spannungsgeladener Euphorie mit nachfolgend jähem Absturz einer wissenschaftlichen Betrachtung wieder zugänglich.

GAUFRAGE
Politiker werden von konkurrierenden Organisationen auf Inkonsequenzen, Widersprüche oder gar Wortbrüche genüsslich hingewiesen. Seit Generationen ungeklärt ist die FRAGE, wer nun der „größte anzunehmende Umfaller (GAU)“ sei. Während sich die einen auf den vormals großen Vorsitzenden Konrad (Adenauer, nicht Duden!) einschwören (legendär seine Kommentare wie „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?“ oder „Wenn ich mir widerspreche, warum widersprechen Sie mir?“), nennen die anderen mit Vorliebe Andrea Yipsilanti (Beinahe-Ministerpräsidentin von der hessischen SPD mit wandlungsfähiger Position zur Partei „Die Linke“), um dann in schöner Einmütigkeit auf die aktuelle FDP einzuschlagen, deren Wahlversprechen „Mehr Netto vom Brutto!“ sich zwar nicht für die paar Krankenkassenbeitragszahler, aber immerhin für eine große Zahl von Hotelbesitzern bewahrheitet hat.

In diesen Erörterungen ist der Begriff des „Umfalls“ bisweilen schwierig abzugrenzen von elastischer Interpretation des Wahrheitsbegriffs, so etwa Walter Ulbricht am 15.06.1961: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“, Uwe Barschel („Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort…“, Roland Kochs „brutalstmögliche Aufklärung“ des Spendenskandals in der hessischen CDU usw.).

So wird die GAU-Frage wohl nie mit letzter Klarheit entschieden werden können.

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