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post Die Exit-Strategie der Ulrike S. aus Graz

September 21st, 2015

Abgelegt unter: Chiffonade (2015) — Frolln Schmoll @ 19:02

1.
Altbabylonischer Stoßseuzer, lautet übersetzt in etwa: Achje! Oh wie schade! Um die gute Chiffonade!

Dazu der Vorschlag:
Wer kennt nicht Chiffonade, die legendäre Erzählerin aus „1001 Gemüse-Rezepte zum Selbermachen“? Sultan Moehredin, der Schreckliche, wollte die Untertanen seines Reiches zur gesunden, schadstoffarmen Lebensweise zwingen. Täglich ließ er vor den Augen der Einwohner seiner Hauptstadt Kohlköpfe entzweischlagen und spießte diese dann vor den Stadttoren auf. Doch Chiffonade wusste Rat. Sie erzählte dem Sultan wunderbare Geschichten, von Tupinambur und dem vierzig Potatoes, von Brok-Koli und den wunderbaren Krautflecken, von der schönen Soya und ihren Intrigen gegen Brombar, den Tee-Fahrer. Nicht auszuhalten! Brüllte Moehredin eines Tages mitten in einer Erzählung. „Da muss jetzt endlich ein Brathuhn her!“ Und so war der Friede im Königreich gerettet.

2.
Zwei Landstreicher saßen auf der Straße und unterhielten sich, indem sie sich gegenseitig Rätsel stellten.
„Was fällt dir ein, zu Chiffonade?“ fragte der eine.
„Oooch, dazu ist doch schon alles gesagt“, entgegnete der andere: „Chiffre, Chauffage, Chauffeur…“
„Aber es muss doch noch irgendetwas geben! Irgendetwas, was zuletzt kommt. Die finale Antwort auf alle Fragen…?“
„Na ja…“
„Richtig! Die Najade! Da haben wir‘s: Maya, die Najade, badete sich in Chiffonade…“
„Aaach nö! Viel zu banal. Was kommt als nächstes? Dass sie auf der Gemüsesuppe daher geschwommen kam?“
„Na gut, ich geb’s auf“, seufzte der Erste. „Lass uns warten auf den großen Besserwisser. Er weiß für alles eine Lösung. Er kommt bestimmt noch, nur eine Frage der Zeit!“

3.
Der meditative Ausklang zum Chiffon-ADE: das besserwisserische Individuum verschmilzt mit dem Gegenstand seiner Betrachtung. Es wird eins mit dem zu besser wissenden Hintergrund. Dringt durch diesen Hindurch, zu ungeahnten Erkenntnissen. Darin liegt das Wesen der höheren Besserwisserei. Der Ausgang sei kein Exit!

chiffon-ade.jpg

In diesem Sinne: ade. Und DANKE!!! Es hat großen Spaß gemacht!!!

Und hoch

2 Kommentare »

  1. Nun, hochgeschätzte Dame,

    Ihre Landstreicher zitieren anscheinend implizit Heinz Erhards “Made”, wo bereits gehäuft gereimt wird “…fraß die kleine fade Made ohne Gnade - schade!”, referenzieren mit sicher nur gespielter Ahnungslosigkeit “per Anhalter durch die Galaxis”, indem sie so tun, als wüssten sie nicht: “Irgendwas, was zuletzt kommt, die finale Antwort auf alle Fragen” ist gefunden: 42. Nachdem Politiker, Philosophen, Oberpriester jeglicher Couleur zunächst befürchtet hatten, mit dem Bekanntwerden der Antwort auf die letzten Fragen arbeitslos und überflüssig zu werden, diskutierten sie lange und heftig, was man der Öffentlichkeit als zur Antwort passende Frage präsentieren könnte, und verfielen schließlich auf “How many roads must a man walk down?” Hier blieb nämlich genug Spielraum für Interpretation und Diskussionen, und wenn sie nicht gestorben sind, dann streiten sie noch heute. Ihre Landstreicher könnten da doch wunderbar mitmischen!

    Ihr meditativer Ausklang schließlich befindet sich im schönsten Einklang mit der hohen Kunst des “trompe-l’oeil”- Bodypaintings.- nur eben spontan (bei intensiver Vorbereitung wäre sonst sicher noch eine helle Hose in Wandfarbe zu beschaffen gewesen). Aber “spontan” gegen “gestellt”, “Natur” gegen “Kunst” - und dann findet sich doch wieder die Kunst in der Spontansituation, da verschwimmen die Grenzen und der Vorgang des Betrachtens wird selbst zum Gegenstand der Betrachtung… Was hätten wir hier für tolle besserwisserische Schwafeldiskussionen führen können!

    wird gegrüßt mit gebührender Hochachtung, wenngleich nicht ohne bedauernden Seufzer im

    Kommentar von Michael G. — 5. Oktober 2015 @ 20:46

  2. Ach, mein hochverehrter Herr G,
    Sie haben zweifelsohne recht! Da wäre mit etwas Bodypainting sicher noch etwas herauszuholen gewesen. So wie im Falle des chinesischen Künstlers Liu Bolin:
    http://german.china.org.cn/china/2012-03/22/content_24960349.htm

    Das ist wahrhaft Perfektion. Allerdings - dann wäre es auch schon professionell. Wir sind schließlich Besserwisser - also per Definition nicht vom Fach, aber trotzdem in allen Disziplinen bewandert…
    oh ja, es fehlt, das Senf-mit-Estragon-dazugeben. Wie wunderbar schwafelt es sich doch quer durchs Gemüsebeet. Seufzt man zurück, aus dem nebelverhangenen Graz, im

    Kommentar von Ulrike S. — 13. Oktober 2015 @ 09:23

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