Liebe Leserinnen und -außen,
immer öfter versuchen einige von Ihnen, via Suchmaschine alles über mich zu erfahren.
Das muss nicht sein. Fragen Sie mich doch einfach. Dann erfahren Sie genauso wenig, aber das einfacher und effektiver. Weil – auch google findet nicht immer alles nicht.
Um es mal zusammenzufassen:
Jawohl, ich heißt Babette Schmoll, dies ist kein Künstlername.
Nein, ich führe kein Schuhgeschäft in Bayern.
Und nein, ich habe 1982 nicht die Grundschule besucht, auch wenn der Verdacht aufgrund meines jugendlichen Aussehens nahe liegt. Und übrigens auch nicht 1906…
Weiter: Ja, ich bin Co-Autorin des legendären Fotoromans Rufmord ist ihr Hobby und stolz darauf und ja, auch mit KurzeWerbung habe ich indirekt und sehr am Rande etwas zu tun.
Soweit google.
Aber hier können Sie, da es ja anscheinend von öffentlichem Interesse ist, noch mehr erfahren:
Ich wurde geboren und habe mit wenigen Unterbrechungen bis heute überlebt.
Auch habe ich sporadisch und mehr oder weniger erfolgreich eine Grundschule besucht.
Aufmerksame Leser wissen, dass ich mich nach einigen Umwegen nunmehr als niederrangige Verlagsangestellte etabliert habe.
Ich bin leidig, bzw. lediglich und allein erziehende Tante von 1 Patengör, 1 Leihneffen und 1,5 Katern
Meine Interessen:
Ich wüsste gern, warum man mir sogenannte “Stöckchen” zukommen lässt, in denen man mich auffordert, all diese Dinge und noch mehr zu veröffentlichen.
Wen, bitte schön, interessiert denn wirklich meine Schuhgröße? Meine Lieblingsspeise, -farbe, -kindheitserinnerung? Wer will tatsächlich wissen, was ich im Moment mache, denke, höre? Warum sollte einer wissen wollen, welche fünf Orte ich in meinem Leben noch besuchen will? Oder was ich üblicherweise zum Frühstück zu mir nehme? Oder was sich unter meinem Bett befindet?
Wenn Sie tatsächlich nicht ohne diese Informationen leben können, werde ich die Antworten selbstverständlich nachliefern. Aber sein Sie darauf gefasst, dass ich dann meinerseits ein paar Fragen an Sie richten werde…
Ihr fragwürdiges Frolln Schmoll
Nachtrag:
Danke, Herr Michael G. (”Nescio, ergo sum”), für diese Weisheit:
“(…) Generationen von Philosophen ringen um Erkenntnis und verzweifeln regelmäßig an der Notwendigkeit des Scheiterns ihrer Bemühungen. Den Ausweg aus dem erkenntnisphilosophischen Dilemma deutete die sokratische Erkenntnis “Ich weiß, dass ich nichts weiß” an: Er besteht im Erkennen und Akzeptieren des fragmentarischen Charakters jeglicher Erkenntnis. (…)”
Und natürlich respektiere ich Ihren Wunsch nach einem Ableben in Halbbildung.
Niemals, ich schwöre, niemals werde ich Ihnen meine Schuhgröße kommunizieren.
Ihr dankbares Frolln Schmoll
(Aber über den Bezug des Begriffs “Sedimentschicht” zu den Papierstapeln auf Ihrem Schreibtisch reden wir noch mal – ja?)
Und hoch