rulururu

post Arno-Erich C. mault rum

September 12th, 2008

Abgelegt unter: Temulenz — Frolln Schmoll @ 17:46

TEMULENZ:

Zustand der verzweifelten Ratlosigkeit eines Autofahrers, wenn er auf der Suche nach einem bestimmten Ziel zu wiederholten Malen in die Irre fährt, obwohl er sich genau nach der Karte richtet und nach langer Odyssee schließlich das Ziel wider alle Logik in einer der Karte diametral engegengesetzten Richtung findet. Selbiges widerfuhr mir, als ich im Münsterland, der Karte folgend, das Wasserschloss Westerwinkel suchte.

Zweitmeinung:

Völlig geräuschlose Flatulenz von wahrhaft umwerfender olfaktorischer Wirkung, deren Urheber in einer Runde von mindestens fünf Personen mangels akustischer Richtungsinformation kaum identifizierbar ist. Wer sich als Erster über die mephitischen Dünste beschwert, läuft Gefahr, selber verdächtigt zu werden gemäß dem Frankfurter Sprichwort: “Wers zerscht riecht, aus dems kriecht!”

Drittmeinung:

Selektive Schwerhörigkeit, bei Männern weit häufiger verbreitet als bei Frauen. Konzertante Musik aus den großen Boxen der HiFi-Stereoanlage wird noch hervorragend wahrgenommen, doch die gereizt-mahnende Stimme der Ehefrau: “Stell den verdammten Kasten endlich leiser!” wird meistens überhört, sofern sie den Lautstärkepegel des Orchesters nicht um mindestens 10 db (A) übertrifft.

Viertmeinung:

T(heodosius) E(waldus) Mulenz. Im frühen 13. Jhdt. züchtete er als neue Spezies den Maulaffen. Er hielt diese Tiere auch feil, doch niemand wollte sie kaufen. Durch Fehlschläge ließ er sich jedoch nicht entmutigen und züchtete weiter: Maultiere, Maulesel und als Futter für selbige die Maulbeeren. Ihm zu Ehren heißen die Maulesel heute noch Mulis. Auch Maultaschen und Maulkörbe soll er erfunden haben, doch da es damals noch kein Patentamt gab, brachten ihm seine Erfindungen nicht den erwünschten wirtschaftlichen Durchbruch. So starb er einsam und verarmt als Maul-Held.

Und hoch

post Joachim K aus R / OH in USA bringt frischen Wind

September 12th, 2008

Abgelegt unter: Temulenz — Frolln Schmoll @ 17:45

Temulenz
die Stark gesteigerte Form der -> Flatulenz. Oftmals eine Folge unmäßiger Nahrungsaufnahmegelage wurde die T im Ruhrgebiet des beginnenden 7. Jahrzehnts des letzten Jahrhunderts oft auch gerne als “Landgang der Nichtmatrosen” bezeichnet. Eine durchaus zutreffende, wenn auch harsche Vereinfachung eines sehr komplexen Prozesses.

Zweitmeinung:

Temulenz die Hörbare Schwingung im unteren Frequenzbereich, zumeist verursacht von schwankenden Hochhäusern kurz vor dem Einsturz…

Und hoch

post Michael G. aus Charlottenburg-Sunset-Beach lässt Dampf ab

September 12th, 2008

Abgelegt unter: Temulenz — Frolln Schmoll @ 17:40

TEMULENZ
physikalisch-biologisch: der Anteil (gemessen in Volumenprozent) brennbarer Gase wie Methan an den Ausdünstungen, die den Körperöffnungen von zum Beispiel (aber nicht nur) Rindviechern entströmen. Je temulenter die Gase, desto geeigneter sind sie für die Gewinnung ökologisch einwandfreier Energie (Biogas), aber ebenfalls desto schädlicher für die Atmosphäre (Treibhauseffekt), solange sie nicht aufgefangen und energetisch nutzbar verwertet werden. Da der Vorschlag kluger Leute, zwecks Verringerung des Methanausstoßes die Rinderzucht in Deutschland drastisch zu reduzieren und Fleischgerichte nur noch (höchstens) sonntags zu verzehren, keine Aussicht auf kurzfristige Umsetzung hat, soll zunächst die Temulenz menschlicher Gase verringert werden. Ein EU-weites Importverbot für mexikanischen Bohneneintopf ist so gut wie beschlossen, über Chili con carne wird noch gestritten. Ein Referentenentwurf zur Einführung von Anbauquoten für Zwiebeln und Knoblauch hingegen ist wieder komplett vom Tisch, seit Frankreich unter Hinweis auf die kulturhistorische Bedeutung der Haute Cuisine (Soupe à l’oignon) damit drohte, die EU zu verlassen und die jüngst gegründete Mittelmeerunion zum Zwiebel- und Knoblauchzentrum Europas aufzubauen. Die EU-Kommission hat inzwischen eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich mit den geräuschvoll vorgebrachten Einwendungen des europäischen Petologen-Verbandes, der bayerischen Kunstfurzer-Gilde und mehrerer Joseph-Pujol-Fanclubs befasst. Auch wenn das Thema “Temulenz” vielen Leuten gewaltig stinkt, so wird es uns doch noch lange beschäftigen worauf man einen lassen kann…

Zweitmeinung:
TEMULENZ

Es zeigt sich, wie wir aus masurischen Geschichten über den Ort Suleyken erfahren durften, dass die Menschen dort von besonderer Art sind. Eigensinnig, sturköpfig, gutherzig, hintersinnig, einem Schabernack nie abgeneigt, verschmitzte Luderchen, mit Sinn fürs Praktische, besonders, was da Essen und Trinken angeht, geprägt von einer heiteren Gelassenheit der Seele, welche Beschaffenheit man in früheren Zeiten zu nennen pflegte: Temulenz.

Übrigens:

Herr G. ist auch der bisher Einzige, der bereits einen Beitrag zum Alternativ-Ratewort “Urlaub” eingesandt hat.
Nein! Die Auflösung gibt es erst am 19. September.
Bis dahin haben Sie noch Zeit, diesem leuchtenden Beispiel zu folgen.

Stellt Ihr Frolln Schmoll mal so in den Raum…

Und hoch

post Jens B. und die Folgen des Definitionsentzugs

September 12th, 2008

Abgelegt unter: Temulenz — Frolln Schmoll @ 17:30

Vorschlag (I):
Wenn die Tramuntana von den Pyrenäen über das kleine Örtchen Sigean weht, während im späten März der Winter noch einmal mit Schnee hereinbricht, geraten die Weinbauern der Corbières in eine gewisse Temulenz. Sie fürchten um die herbstliche Ernte und Verluste an späten Frost.

Zweitmeinung (I):
Temulenz lemuzent zemulent Muletenz.

Ich meine, das sagt Alles, wenngleich nicht genug. Und ich
drittmeine:

Gesteigerter Bedarf an Haltevorrichtungen.

Vorschlag (II):
Eigtl. Temptulenz (lat. temptare - befühlen, angreifen, erproben, versuchen): intuitiv gesteuertes Werben männlicher Säugetiere ohne zeitliche und räumliche Ordnung sowie das Ziel der Fortpflanzung (vgl. -> Balz)

Zweitmeinung (II):
Abendverehrung der altägyptischen Gottheit Ra.

Vorschlag (III):
Ta ißt cha noch tie Temulenz, hape ich alßo cha noch Tseit pfür einne weitere:

Sprachstörung, führt zur Verhärtung der Aussprache und meist der Persönlichkeit wegen frühkindlicher Hänseleien…

Zweitmeinung (III):
Hintersinnige Rückgabe auf einen unsinnigen Vorwurf: “Sie …, sie!” “Ach so, und Sie?” “Das ist aber höchst temulent von Ihnen, Sie …, Sie!”

Vorschlag (IV):
Zustand gespannter Starre bei Säuglingen bis zum 3.Lebensmonat

Zweitmeinung (IV):
Zustand völliger Entspannung bei Säuglingen bis zum dritten Lebensmonat

Vorschlag (V):
Vernichtende Hartnäckigkeit

Zweitmeinung (V):
Statistischer Wert für die Häufigkeit der Nutzung von Transmissionselektronenmikroskopen eines Krankenhauses (zur Ermitllung des betriebswirtschaftlichen Nutzens).

Vorschlag (VI):
Zum Abschluss noch:

Größtmögliche Zeitspanne zwischen zwei Runden dieses
Gewinnspiels.

Zweitmeinung (VI):
Wahhhh. Schon wieder dieses Feld. Also dann:

Längstmöglicher Lauf einer Runde dieses Gewinnspiels. In
Kilometern. Versteht sich.

Barmherziger FacMan!

Machen Sie nie wieder Urlaub!
Wenigstens keine vier Wochen. Sie sehen, doch, wie das den armen Herrn B. schier in den Wahnsinn treibt!

Barmt Ihr Frolln Schmoll

Und hoch

post Wenn der Lürikmeister eine Reise tut…

September 12th, 2008

Abgelegt unter: Temulenz — Frolln Schmoll @ 17:20

Vorschlag:
die Neigung, sich regelmäßig dem Nichtstun (lat. temulum, n) hinzugeben; insbesondere von Redaktoren, Zweitauswertungsaufsichtlern und HTML-Zivildienstleistern der schwatzgelben Seiten unter dem Vorwand der Wiederherstellung der Arbeitskraft zum Missfallen aller davon Betroffenen ausführlich geübt

kurzweilfibel1.jpg

Zweitmeinung:
Zweitverreiselung:

In Anbetracht der urlaubsbedingten Untätigkeit der schwatzzgelben Kurzweilredaktion maulte die Dudentasche, sie müsse nu auch mal an die Luft. Der Chefe solle nicht immer nur plöd herumdichten und sie in verqualmte Kneipen schleppen, sondern mit ihr mal fein verreisen.
Der ließ sich a) das nicht zweimal maulen und b) von seiner geistigen Ziehmutter Friederike K. aus Friederikenhof anregen. Die schrieb dereinst:

“Ihr wißt wohl, wen ich meine,
Die Stadt liegt an der Seine,
Entschieden ist’s die schönste Stadt,
Die man wohl je gesehen hat.”

So macht man sich auf den Schienenweg von der Elbe und Alster Auen an die Seine. An ihm liegt u. a. die Residenz, die Quadratestadt, die alte Heimat der Dudentasche:

mannheim_hinfahrt.jpg

Spät nachts atmet die Dudentasche stumm die Luft Mannheims und entbehrt des FacMan, zu dem sie eine heimliche Zuneigung pflegt. Ab Kaiserslautern in sehnsuchtsbedingtem Tiefschlaf passiert sie Saarbrücken, das Domizil einer ihrer Schwestern, ohne dies wahrzunehmen (An dieser Stelle beste Grüße an den Herrn Kunstdirektor!).

In der entschieden schönsten Seinestadt angekommen, widmet sich die Dudentasche wortlos der Betrachtung gewisser Symbole des Alten Europa und der Neuen Welt.

taeschchen_am_eiffelturm.jpg

In stillem Bedauern nimmt sie außerdem zur Kenntnis, dass eine romantische Bootsfahrt durchs Republikhauptstädtchen aus nautischen Gründen nicht möglich ist.

taeschchen-_an_der_seine.jpg

Daraufhin okkupiert sie am Centre national d’art et de culture Georges Pompidou ohne große Worte ein ihr adäquat erscheinendes Transportmittel, dessen Entführung jedoch ihr Reisegefährte ablehnt.

taeschchen_am_fahrrad.jpg

Daraus ergibt sich ein stummer Konflikt, der noch auf der Rückreise anhält. Wiederum spät nachts in Mannheim verläßt die Dudentasche den Zug und ist nur mit Mühe und unter Einsatz einiger Körperkraft ins Abteil zurückzubewegen.

mannheim_rueckfahrt.jpg

Und hoch

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